KI-Agenten im L&D: Vom Pilotprojekt zu zuverlässigen Workflows
Warum KI-Agenten in L&D vor allem eine Workflow-Herausforderung sind
KI ist für L&D kein Zukunftsthema mehr, sondern eine Herausforderung in der Implementierung. Neue Erkenntnisse von McKinsey und unseres State of Learning Technologies 2026 Reports kommen zum selben Schluss: Die Akzeptanz steigt, aber die Skalierung bleibt schwierig. Die Phase der Experimente mit KI-Agenten endet langsam. Doch echter Mehrwert entsteht nicht durch das bloße Hinzufügen neuer Tools, sondern durch die Neugestaltung von Workflows, den Aufbau von KI-Kompetenz, die Verknüpfung des Lernens mit Skills und Performance sowie die Schaffung von Vertrauen, Governance und messbaren Belegen für die Skalierung.
So machen Sie aus Ihrem Pilotprojekt vertrauenswürdige Workflows
KI ist längst mehr als nur ein Hype-Thema auf Konferenzen oder ein vereinzeltes Chatbot-Experiment. Sowohl unser State of Learning Technologies 2026 Report als auch die aktuelle KI-Studie von McKinsey zeigen den gleichen Trend auf: Die KI-Nutzung wird immer verbreiteter, aber die Skalierung bleibt nach wie vor mühsam (siehe Abbildung 1). Unsere Forschungsergebnisse zeigen, dass KI sich zu einer operativen Realität für L&D in Unternehmen entwickelt. Themen wie Integration, Sicherheit und vertrauenswürdige Governance fungieren nun als die eigentlichen Engpässe. Auch McKinsey zieht auf Unternehmensebene ein ähnliches Fazit: Unternehmen passen sich dem Trend zwar immer mehr an, aber die meisten Organisationen befinden sich noch immer im Experimentier- oder Pilotmodus. Denn: Sie haben KI noch nicht tief genug in ihre Workflows einbetten können, um einen echten, unternehmensweiten Mehrwert zu generieren.

Abbildung 1: Unsere Ergebnisse aus dem State of Learning Technologies Report verdeutlichen die regionalen Unterschiede bei der Nutzung von KI zur Skalierung von Trainings.
KI steht nicht mehr zur Debatte, aber wie setzen wir sie richtig ein?
Eines der deutlichsten Ergebnisse unseres Berichts ist, dass sich die Herausforderung rund um Künstliche Intelligenz verändert hat. Im L&D-Bereich besteht nicht mehr die Frage, ob überhaupt KI beim Lernen sinnvoll ist, sondern wie man sie vernetzt, steuert und den Erfolg konkret nachweist. Dies zeigt sich auch in den Ergebnissen: Mehr als die Hälfte der Befragten gab an, dass die effektive Integration von KI oder neuen Lerntechnologien ihre größte Hürde darstellt (siehe Abbildung 2). Gleichzeitig konsolidiert sich der Learning-Stack rund um ein zentrales LMS-Fundament, während Investitionen in KI-gestütztes Authoring, Coaching, Analytics und Skill-Infrastrukturen fließen.

Abbildung 2: Zu den größten L&D-Herausforderungen weltweit gehört die Integration von Lerntechnologien bei mehr als der Hälfte der Befragten.
Dieser Wandel ist entscheidend, da er die Rolle von L&D verändert. Nun geht es darum, wie KI innerhalb von Lernökosystemen, Skill-Strategien und Geschäftsprozessen funktioniert anstatt in vereinzelten Anwendungsfällen. Die Unternehmen, die am weitesten kommen, werden nicht die mit den meisten Tools sein. Es werden jene sein, die Lernen mit Skills, Skills mit Performance und KI mit Workflows verbinden können, denen das Business vertraut.
Was KI-Agenten für L&D tatsächlich verändern
McKinsey definiert KI-Agenten als Systeme, die mehrere Schritte in einem Workflow planen und ausführen können. Die Umfrage-Ergebnisse zeigen zwar großes Interesse, aber sie geben zugleich auch einen Einblick in die Realität: 62 % der Befragten gaben an, dass ihr Unternehmen zumindest mit KI-Agenten experimentiert, während 23 % berichten, dass sie ein System auf Basis von KI-Agenten bereits an einer Stelle im Unternehmen skalieren. Doch selbst dann bleibt der skalierte Einsatz in einer einzelnen Funktion begrenzt.
Für L&D sind KI-Agenten aus einem praktischen Grund interessant. Sie begleiten den entscheidenden Wandel: weg von isolierten Einzelprompts, hin zu kontinuierlicher Unterstützung durch strukturierte Workflows. Das bedeutet, dass Teams dabei unterstützt werden können, Inhalte schneller zu erstellen, relevante Ressourcen vorzuschlagen, Lernende situationsbezogen zu unterstützen, Skill-Lücken früher zu identifizieren oder Übungen und Feedback dynamischer zu steuern. In unserem Report beschreiben die Befragten den nächsten Meilenstein nicht einfach nur als „KI“, sondern als praktische Unterstützung, die Menschen hilft, direkt während der Arbeit zu lernen – kombiniert mit besserer Sichtbarkeit von Skills und adaptiveren Systemen. Daher lautet auch eines der deutlichsten Ergebnisse unseres Berichts: Zeit für KI-Agenten anstatt nur Chatbots.
Die eigentliche Chance liegt im Workflow-Redesign
Hier sind die Ergebnisse von McKinsey besonders von Nutzen. Die wichtigste Botschaft lautet: Organisationen, die den größten Nutzen erzielen, gestalten eher ihre Workflows neu, streben neben Effizienz auch Innovation an und betten KI in ihre eigentliche Arbeitsweise ein. Das ist für L&D entscheidend, da KI die größte Wertschöpfung erzielt, wenn sie als Teil einer umfassenden Neugestaltung von Content Operations, Performance Support, Skill-Entwicklung und Lernbegleitung betrachtet wird anstatt als separat betrachtete "Zusatzfunktion".
Unsere eigenen Ergebnisse stützen diese Erkenntnis: Die Integration in bestehende Systeme, intensive Schulungen, die Kommunikation an Nutzende sowie klare KPIs gehören zu den wichtigsten Faktoren für eine erfolgreiche Implementierung. Somit ist das Engagement am höchsten, wenn das Lernen in den täglichen Arbeitsalltag eingebettet ist und nicht getrennt stattfindet. Daher ist das eigentliche Versprechen von KI-Agenten für L&D: weniger Reibungsverluste bei der Unterstützung von Lernenden innerhalb der Organisation.
Warum Vertrauen der eigentliche Skalierungsfaktor ist
KI-Agenten werden im Lernbereich nicht skalieren, nur weil sie fortschrittlich klingen. Sie werden skalieren, wenn Menschen ihr vertrauen. In unserem Bericht ist die KI-Einführung zunehmend an Fragen der Datensicherheit, der Zuverlässigkeit, des Datenschutzes, der Compliance und der Begleitung durch den Menschen geknüpft. Dabei zeigt der Report explizit: Die KI-Adoption beschleunigt sich, aber Vertrauen und Governance werden entscheiden, wer skalieren kann.
Unser Whitepaper liefert hierbei eine wichtige Perspektive: Viele Unternehmen zögern aufgrund von Altsystemen, fehlender Expertise, Veränderungsresistenz sowie Bedenken hinsichtlich Vertraulichkeit und Compliance. Dabei ist das Argument, dass eine strategische KI-Implementierung Investitionen in Infrastruktur, Skills und Change Management erfordert, denn die alleinige Begeisterung für die Technologie reicht nicht. Letztlich sollte Governance nicht als Hindernis für die Einführung gesehen werden, denn sie ist das, was die Einführung erst ermöglicht.
Von Content-Effizienz zum Aufbau von Kompetenzen
Die unmittelbarsten Vorteile von KI in L&D betreffen nach wie vor die Geschwindigkeit: Schnellere Content-Erstellung, geringerer administrativer Aufwand, zügigere Updates und bessere Skalierbarkeit. Unser Whitepaper zeigt dies deutlich, insbesondere im Bereich der KI-gestützten Erstellung von Inhalten, automatisierten LMS-Prozessen und skalierbaren Lernangeboten.
Die größere Chance liegt jedoch im Aufbau von Fähigkeiten. Unser Bericht von 2026 zeigt, dass sich die Erfolgsmessung von Aktivitäten hin zu Ergebnissen verschiebt: Produktivität, die Verbesserung von Skills und die Analyse von Skill-Gaps rücken in den Mittelpunkt. Zudem zeigt er, dass die KI- und Automatisierungsbereitschaft mittlerweile die höchsten Prioritäten für L&D sind. Mit anderen Worten wird deutlich: In der nächsten Phase der KI im L&D-Bereich geht es nicht nur darum, bestehende Arbeit schneller zu erledigen, sondern Menschen und Organisationen dabei zu helfen, langfristig kompetenter, anpassungsfähiger und messbarer zu werden (siehe Abbildung 3).

Abbildung 3: Die Verbesserung von Analytics und die Unterstützung beim Treffen von Entscheidungen zählen zu den Hauptzielen der Unternehmen, wenn sie KI im Learning & Development nutzen.
Hierbei sind die sieben KI-Wirkungsbereiche des Whitepapers als Orientierungshilfe nützlich: Effizienz, Individualisierung, intelligente Unterstützung, automatisiertes Skill-Tracking, die Kuration von Inhalten, prädiktive Personalentwicklung und gesteigertes Engagement. Zusammen übersetzen sie die KI-Debatte in konkrete L&D-Hebel anstatt in abstrakten Hype.
Worauf sich L&D-Verantwortliche jetzt konzentrieren sollten
Die praktische Erkenntnis bleibt: KI-Agenten werden für L&D nur dann Mehrwert schaffen, wenn sie an echte Workflows gebunden sind, von Nutzenden akzeptiert werden, mit Skills und Performance verknüpft sind und als mehr als nur ein reines Effizienz-Tool positioniert werden. Für Learning-Verantwortliche bedeutet das, den Fokus weniger auf KI als Funktionssammlung zu legen, sondern mehr auf die Bedingungen, die sie in großem Maßstab nützlich machen.
- Setzen Sie den Fokus nicht auf Tools, sondern auf die Workflows
Beginnen Sie dort, wo die Reibungsverluste beim Lernen am höchsten sind: Content-Erstellung, Onboarding, Lernbegleitung, Coaching, Skill-Mapping, Assessment oder Performance-Enablement. KI-Agenten schaffen Mehrwert, wenn sie Reibung in diesen Workflows reduzieren, nicht wenn sie als separates Experiment nebenher laufen.
Dies bleibt der entscheidende Wendepunkt: Da viele Unternehmen bereits Zugang zu KI-Tools haben, liegt der Unterschied darin, ob sie die Umgebung ihrer Workflows gezielt so umgestalten, dass KI diese strukturiert und wiederholt unterstützen kann. Stellen Sie sich nicht die Frage: „Wo können wir KI noch zusätzlich nutzen?“, sondern: „Wo bremst Reibung das Lernen aus und wie könnte KI helfen, sie zu beseitigen?“.
- Denken Sie von Anfang an das Vertrauen mit
Im L&D-Bereich wird KI nicht allein wegen ihrer Innovationskraft skalieren, sondern wenn Lernende, Manager und Stakeholder der Funktionsweise vertrauen. Das bedeutet: Governance, transparente Nutzungsrichtlinien, die Begleitung durch die Menschen selbst, klare Verantwortlichkeiten und praktische Schutzmaßnahmen für Datenschutz und Ergebnisqualität.
Dies ist besonders wichtig für KI-Agenten: Je mehr Systeme mehrstufige Unterstützungsaufgaben übernehmen, desto wichtiger ist es zu definieren, wo menschliche Prüfung erforderlich ist und wer letztendlich die Verantwortung trägt. Vertrauen ist kein Thema für die Endphase der Implementierung, es ist sogar das Fundament.
- Verknüpfen Sie KI mit Skills und Performance
KI-Initiativen werden im Lernbereich an Schwung verlieren, wenn sie reine Nebenprojekte oder Innovations-Showcases bleiben. Der bessere Ansatz ist die direkte Kopplung an den Skill-Aufbau: Bedürfnisse schneller identifizieren, Unterstützung personalisieren, die Zeit bis zur Kompetenzreife verkürzen und eine stärkere Verbindung zwischen Lernaktivität und Geschäftsergebnissen schaffen.
KI sollte nicht nur den Betrieb beschleunigen, sondern Organisationen anpassungsfähiger machen. Wenn KI zwar dabei hilft, bessere Inhalte zu erstellen, aber weder die Kompetenz noch die Entscheidungsfindung verbessert, bietet sie nur einen geringen Mehrwert. Unterstützt sie jedoch dabei, Menschen schneller vom Lernen zur Performance in der Praxis zu bringen, wird das Argument für ihren Einsatz stärker.
- Beschränken Sie den Mehrwert von KI nicht nur auf Effizienz
Effizienz ist oft der einfachste Einstiegspunkt. Doch sie sollte nicht das Ende der Geschichte sein. Organisationen, die am meisten von KI profitieren, nutzen sie auch, um Erfahrungen neu zu gestalten, die Entscheidungsunterstützung zu verbessern und neue Formen des Lernens zu ermöglichen. Fragen Sie sich Folgendes: "Wie kann KI das Lernen im Arbeitsfluss relevanter machen? Wie kann sie Coaching und Praxis stärken?". Die überzeugendste KI-Strategie reduziert nicht einfach nur den Aufwand, sondern erhöht auch die organisatorische Leistungsfähigkeit.
Die nächste Herausforderung für L&D
Das Zeitalter von KI als "reines Gesprächsthema" ist mittlerweile vorbei. Die nächste Herausforderung für L&D besteht darin, sie zum Laufen zu bringen: innerhalb der Lerninfrastruktur, innerhalb täglicher Workflows und innerhalb einer Erfolgsstory, die das Business versteht. KI-Agenten sind wichtig, weil sie die Konversation über einzelne Prompts hinaus in Richtung koordinierter Unterstützung und Lernen im Arbeitsalltag lenken. Wer sich am erfolgreichsten erweist, jagt nicht dem nächsten Label hinterher, sondern kombiniert die Möglichkeiten von KI mit menschlichem Urteilsvermögen, Governance und einer klaren Sicht auf das Ergebnis.
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Werfen Sie einen Blick auf das Gesamtbild der KI-Reife in Unternehmen und erfahren Sie mehr über Experimente mit KI-Agenten, die Neugestaltung von Workflows und die Diskrepanz zwischen der Einführung von KI und ihrem skalierbaren Mehrwert.
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