Die Lücke beim Wirkungsnachweis in L&D
Was uns 420 Verantwortliche über ihre Erfahrungen beim Nachweis von Lernergebnissen berichtet haben
Lernerfolg richtig messen: Das zeigt die State of Learning Technologies Studie 2026
Die Debatte über die Wirkung des Lernens befindet sich im Wandel. Unser aktueller State of Learning Technologies Report 2026 zeigt, dass ergebnisorientierte Kennzahlen immer häufiger genutzt werden. Zugleich erweist es sich als schwierig, diese mit den Geschäftsergebnissen zu verknüpfen.
Die Daten der Studie basieren auf den Antworten von 420 L&D-Verantwortlichen aus Organisationen mit mehr als 1.000 Mitarbeitenden und zeigen auf, wo Organisationen aktuell vorankommen und wo die Wirkungslücke bislang noch besteht.
Drei Ergebnisse zeigen besonders deutlich, wie sich die Messung von Lernwirkung derzeit entwickelt.
1. Die Messung verlagert sich von der Aktivität zu den Ergebnissen
Klassische Indikatoren sind nicht komplett verschwunden. Das Feedback der Mitarbeitenden bleibt die am häufigsten genutzte Kennzahl für Lernwirksamkeit (genannt von 55 % der Befragten) und auch Abschlussquoten werden weiterhin häufig erfasst. Gleichzeitig gewinnen stärker ergebnisorientierte Kennzahlen an Bedeutung: 45 % der Organisationen messen inzwischen Produktivitätssteigerungen. Auch Kompetenzentwicklung und Analysen von Kompetenzlücken gehören zunehmend zum Kennzahlen-Mix.
Dies zeigt, dass viele L&D-Teams die Grenzen reiner Aktivitätsberichte bereits erkannt haben. Im Fokus steht daher nicht mehr die Frage, ob die Trainings absolviert wurden, sondern eher, ob sich etwas dadurch geändert hat.
Dies ist zwar ein erster relevanter Schritt, doch unsere folgende Erkenntnis zeigt, warum gerade dieser Wechsel vielen noch schwerfällt.
2. Die größte Hürde ist der Bezug zum Geschäftserfolg
Bei der Frage nach Hürden bei der Messung des L&D-ROI gaben 44 % an, dass sie Lernergebnisse nur schwer mit konkreten geschäftlichen Auswirkungen verbinden können. Das war die am häufigsten genannte Herausforderung.
Knapp dahinter folgte die Datenintegration. Auch begrenzte Analytics-Fähigkeiten, unklare Frameworks und fehlende Ressourcen wurden häufig genannt.
Das Problem ist also nicht einfach ein Mangel an Lerndaten. Viele Organisationen können die Beteiligung, Testergebnisse und Stimmungsbilder der Lernenden bereits über zahlreiche Kennzahlen erfassen. Schwieriger gestaltet es sich, diese Signale mit Performance-Daten, Business-KPIs oder anderen Ergebnissen zu verknüpfen, die außerhalb von L&D relevant sind.
Für Verantwortliche ergibt sich daraus ein wichtiger Perspektivwechsel: Wirkungsmessung muss mit der Geschäftsfrage beginnen anstatt mit dem, was sich am leichtesten aus der Lernplattform auslesen lässt.
3. Es gibt nicht die eine Herausforderung bei der Wirkungsmessung
Bei der Auswertung der regionalen Ergebnisse zeigt sich ein weiteres Muster: Befragte in Nordamerika berichteten häufiger von Schwierigkeiten bei Datenintegration und Analytics-Kompetenz. In Europa waren hingegen die fehlende Zeit und fehlenden Ressourcen die größten Hürden. Dafür fiel es Verantwortlichen im asiatisch-pazifischen Raum (APAC) häufiger schwer, Lernergebnisse mit geschäftlichen Auswirkungen zu verknüpfen.
Das ist wichtig, denn ein einheitliches Framework für alle führt nicht automatisch zu besserer Messung. Eine Organisation braucht vielleicht stärkere Datenverbindungen, während eine andere Organisation klarere KPIs benötigt. Ein drittes Unternehmen hat die nötigen Informationen womöglich schon, aber nicht die Kapazität oder Analysekompetenz, um daraus belastbare Nachweise abzuleiten.
Der erste Schritt sollte daher sein, zu verstehen, an welcher Stelle der aktuelle Messprozess stockt.

Wirkungsnachweise helfen ebenfalls dabei, sich die Unterstützung zu sichern
Messung dient nicht nur dazu, im Nachhinein zu berichten, was genau passiert ist.
Unsere Branchenstudie zeigt, dass die Zustimmung relevanter Stakeholder eng mit belastbaren Nachweisen des Geschäftsnutzens verbunden ist. Neben dem Rückhalt der Geschäftsleitung nannten die Befragten eine klare Verbindung zu Business-KPIs sowie nachgewiesenen ROI oder nachgewiesene Wirkung als wichtige Faktoren, um die Unterstützung zu sichern.
Für L&D-Führungskräfte wird Wirkungsmessung damit Teil des übergeordneten Business Case für Lernen.
Je klarer die Verbindung zwischen Lernen, Fähigkeiten und geschäftlichen Prioritäten ist, desto leichter lässt sich erklären, was L&D bislang leisten konnte und warum die Organisation weiter darin investieren sollte.
So schließen Sie die Lücke
Die Daten weisen in eine klare Richtung: L&D-Messung wird zunehmend ergebnisorientiert. Jedoch fehlen vielen Organisationen noch die Verbindungen, um Lerndaten in glaubwürdige Nachweise für geschäftlichen Wert zu übersetzen.
Das bedeutet nicht unbedingt, dass mehr gemessen werden muss.
Es muss klarer definiert werden, was das gewünschte Ergebnis einer Lerninitiative ist und was die passenden Nachweise für den Fortschritt sind. Ebenso wichtig ist es, die passenden Daten und Stakeholder von Anfang an einzubeziehen.
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Erfahren Sie, warum Sie sich nicht nur auf Abschlussquoten konzentrieren sollten und wie Sie echten Geschäftswert messen, um Lernen besser mit den tatsächlichen Ergebnissen zu verknüpfen.

Vom Geschäftsziel zur Lernkennzahl: Ein praxisnaher Leitfaden zur Wirkungsmessung
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